8 Fragen an Bernhard Brink

Wir freuen uns sehr, dass mit Bernhard Brink einer der bekanntesten und beliebtesten Sänger und Moderatoren im deutschsprachigen Raum zum mittlerweile traditionellen „8-Fragen-Interview“ der „Mallorca Engel actual“ zur Verfügung stand.

Und das können wir gleich vorwegnehmen … wie unglaublich sympathisch, freundlich und völlig unbürokratisch Bernhard Brink unsere Anfrage für das Interview angenommen hat … einfach fantastisch. Aber vllt. ist gleich dieses mit ein Grund, warum ihn Deutschland so liebt … und genau diese Ausstrahlung verzaubert bestimmt auch seine Fans bei Konzerten und die Zuschauer im Fernsehen, natürlich kommt dann auch sein Können und seine Konstanz über viele Jahrzehnte hinweg. Eine Beständigkeit, welche heute nur noch wenige Künstler schaffen.

Lassen Sie uns Bernhard Brink Ihnen noch etwas näherbringen. Geboren 1952 in Nordhorn als Sohn eines Architekten zog er Anfang der 70er Jahre in das gerade beginnend pulsierende Berlin, um sich dort für ein Jurastudium einzutragen. Aus heutiger Sicht glücklicherweise stellte Bernhard Brink sein Studium zugunsten der Musik zurück, um dann einen Plattenvertrag bei Hansa Records 1971 zu unterschreiben. Im Jahre 1972 folgte der erste Auftritt in der legendären „ZDF-Hitparade“ bei Dieter-Thomas Heck.

Der Beginn einer beispiellosen Karriere wurde gelegt. Zwischen 1974 und 1981 waren 12 Singles in den Charts vertreten (!). Er erreichte mit seinen Songs eine sehr große Beliebtheit bei seinen Fans und war aus den deutschen Unterhaltungssendungen, bis heute übrigens, nicht mehr wegzudenken.

Im Laufe der 90er Jahre wurde Bernhard Brink auch Moderator zahlreicher Radio- und Fernsehsendungen.

Bernhard Brink ist Botschafter der Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung, Bernhard Brink ist zu einer Institution der deutschen Unterhaltung geworden … und blieb immer auf dem Boden. Einfach ein Mensch, ein ganz ganz sympathischer Mensch.

Das wir das auch so erfahren dürfen, schon vorab einen ganz großen Dank. Herzlich willkommen auf Mallorca, herzlich willkommen Bernhard Brink.

1. ME actual:

Wir freuen uns sehr, lieber Bernhard Brink, dass Sie für dieses 8-Fragen-Interview zur Verfügung stehen.

Vor der Covid-19 Pandemie konnten Sie die Fans auf vielen Bühnen sehen. Mit Beginn der Pandemie wurde u.a. auch der gesamte Unterhaltungssektor auf „Null“ heruntergeschraubt. Wie haben Sie diese Phase persönlich erlebt?

Bernhard Brink:

Es war natürlich eine ganz, ganz schlimme Zeit für junge Musiker und für Bandleute. Plötzlich waren alle Einnahmen auf null. Es war schwer, es wurde alles Mögliche abgesagt, für die ganze Veranstaltungsbranche war das eine Katastrophe. Ich kam dann mal zum Nachdenken, man hat eine Zwangspause gehabt, ich konnte meine Sendung beim MDR machen, die ja ohne Publikum konzipiert war, aber ansonsten natürlich war es ganz, ganz schrecklich.

Unverhofft keine Auftritte, keine Einnahmen mehr, nur wenn man dann so lange dabei ist wie unsereiner, kann man das kompensieren. Für viele Künstler war es eine echt große Not, das muss ich schon sagen. Ich kam, wie gesagt, mal zum Nachdenken und da es eine sog. Zwangspause war, habe ich eben meine Sendung beim MDR ohne Publikum gemacht, ansonsten viele Spaziergänge und die Ehe gepflegt. Deswegen hatte diese schreckliche Zeit auch was Gutes.

2. ME actual:

Eine Zeitlang wurde über die deutsche Musik unberechtigterweise die „Nase“ gerümpft. Diese Zeit haben wir glücklicherweise nicht nur überstanden, sondern heute ist die deutsche Musik ein fester und sehr erfolgreicher Baustein der Unterhaltung geworden. Hierzu haben Größen, auch wie Sie, einen maßgeblichen Anteil.

War es manchmal schwer diese Zeit durchzustehen und überlegt man dann nicht zwischenzeitlich auch englische Texte zu singen?

Bernhard Brink:

Naja, das Naserümpfen kenne ich ja schon von Anfang an. Damals in den 70iger Jahre war der Schlager schon totgesagt, aber er lebt immer weiter. Insofern haben wir das alles immer wunderbar überstanden. Ich kann nur sagen, nach meiner intensiven Zeit bei der ZDF-Hitparade, steht man da auch drüber. Es ist nur traurig, dass viele große Sender mit 5 Programmen (die Öffentlich-Rechtlichen) ganz weggegangen sind vom Schlager.  Das finde ich sehr bedauernswert und völlig am Geschmack der Menschen vorbei. Es lieben ganz, ganz viele Menschen Schlager, aber natürlich gibt es auch ein paar Menschen, die es extrem hassen, welche auch in der Verantwortung offenbar bei Sendern sind, welche deswegen Schlager da wohl nicht haben wollen. Das ist traurig, aber wahr, aber der Schlager wurde eben oft totgesagt und lebt immer noch und wird immer am Leben bleiben.

3. ME actual:

Gab es während Ihrer langen und beispiellosen Karriere auch einmal den Gedanken … „ich will einfach nur aufhören“? Gab es diesen gewissen „Burnout“? Oder eben auch, ob Du Sie einmal darüber nachgedacht haben in englischer Sprache zu singen:

Bernhard Brink:

Nein, diesen Gedanken aufzuhören hatte ich niemals.

In englischer Sprache eine Platte aufzunehmen, kam mir nicht in den Sinn. Bei meinem Bühnenprogramm mit meiner Band aber spielten wir hier und da Lieder in englischer Sprache, z.B. Lieder von den Beatles.

Ich muss wirklich sagen, ich konnte mein Hobby zum Beruf gemachen. Am Anfang meiner Karriere habe ich Jura an der FU in Berlin studiert und habe parallel mit der Musik angefangen. Durch die Auftritte in der ZDF-Hitparaden bin ich schnell bekannt geworden und so ging mein Weg ganz klar in Richtung Karriere und Musikbranche.

Jetzt habe ich es 50 Jahre geschafft und jetzt ist es zu spät zum Aufhören.

4. ME actual:

Eine etwas persönliche Frage … Sie führen seit Jahrzehnten eine glückliche Beziehung mit Ihrer Frau Ute und ragen auch dabei über dem „oft üblichen“ so positiv heraus. Heutzutage liest und hört man in den einschlägigen Medien stets von Trennungen von Promienten.

Gibt es dafür ein Rezept?

Bernhard Brink:

Es gibt kein Rezept für eine langjährige Ehe, es passt oder passt nicht. Meine Frau sagt immer so schön „jeder Pott hat nen´ Deckel“. Ich bin sozusagen der Deckel oder auch andersherum, das ist mir völlig wurscht, es passt einfach wunderbar.

Wir sind jetzt schon 35 Jahre verheiratet, 41 Jahren zusammen, wir ergänzen uns toll. Sie spricht mir nicht rein und macht ihr Eigenes. Sie hat beruflich als Beamtin gearbeitet, was auch gut so ist. Ich finde es schlimm, wenn zwei immer nur vom selben Thema reden, also immer nur die Branche. Das wäre für mich fatal und ist auch in vielen Fällen schief gegangen. Ich glaub daran, dass es besser ist, dieses gesund zu trennen, ohne dass man das Andere vom Anderen hasst. Sie mag ja auch Schlager, ist aber auch kritisch und das ist auch gut so, immer nur „Jasager“ an meiner Seite … dat wäre nix für mich.

5. ME actual:

Sie waren in Ihrem Leben bereits unzählige Male auf Mallorca. Gibt es ein festes Ritual, wenn Sie mallorquinischen Boden erreichen? Eine Prominente antworte darauf einmal, dass sie immer zuerst an der Kathedrale vorbeifahren möchte, um dort einige Minuten zu verweilen.

Wie ist das bei Ihnen?

Bernhard Brink:

Mallorca ist natürlich eine Insel, die wir sehr lieben. Meine Frau mag unheimlich gern die Ecke Portixol, wo wir gerne sind, Nassau Beach usw., da fahren wir hin. Ansonsten lieben wir es einfach über die Insel ei rumzufahren.

Damals bei meinen ersten Auftritten, als wir zusammenkamen, haben wir die Ecke von S´Estanyol kennengelernt, wo damals wirklich nur ein Handtuch lag und sonst kein Mensch. Heute sieht das anders aus. Kurz vor Es Trenc fahren wir immer nochmal hin und gucken uns an, wie es da heute aussieht. Dort in der Nähe haben wir mal in einem Lokal unseren Umzug innerhalb Berlins geplant. Das wurde dann Wirklichkeit, insofern verbindet uns mit Mallorca auch privat eine ganze Menge. Wir lieben diese Insel sehr.

6. ME actual:

Und, wie bei allen bisherigen Interviews auch unsere „Glaubensfrage“ …  bevorzugen Sie eher Paella oder Tapas?

Bernhard Brink:

Ja, ganz klar, Paella ohne Krustentiere. Ich bin kein großer Krustentieresser. Insofern ist Paella mit Huhn und Fleisch für mich wunderbar.

Tapas liebe ich aber auch, besonders die Datteln im Speckmantel, ich bevorzuge aber beides sehr. Wenn wir in Palma sind, dann gehen wir auch zum Tapas essen, also passt das alles schon sehr gut.

7. ME actual:

Bis zum Beginn der Covid-19 Pandemie standen Sie häufig auch auf den Bühnen Mallorca´s? Dürfen wir Sie künftig auch wieder live auf Mallorca erleben?

Bernhard Brink:

Mallorca wird immer wieder ein Ziel sein, es gibt ja immer noch diese Fan-Reise im Mai 2023. Im Cala Barca war ich ja jahrelang und bin da sehr, sehr gerne. Das macht immer wieder Spaß, also Mallorca wird immer ein Ziel bleiben. Auftritte werden wieder stattfinden, nur eben diese klassischen Auftritte vor der Pandemie sind weggebrochenen, wie auch die weggebrochenen Auftritte im Megapark. Diese haben sich im Moment noch nicht wieder ergeben.

Dort geht man mittlerweile andere Wege, sie waren ja kurz vor der Pleite. Sowohl der Miguel war im Gefängnis vom Bierkönig und Oberbayern, genau wie der Cursach vom Megapark, der Mega-Arena und das frühere Rio Palace.

Da hat sich im Moment noch nichts ergeben, um dort mit meinen Schlagern wieder aufzugetreten. Ich schließe aber nicht aus, dass irgendwann der Brink auch wieder häufiger auf Mallorca stattfindet.

8. ME actual:

Das Jahr 2023 hat gerade begonnen. Gibt es in diesem Jahr für Sie einen besonderen Auftritt oder einen neuen Song? Worauf dürfen wir alle uns über Bernhard Brink in diesem Jahr freuen?

Bernhard Brink:

Naja, das Jahr 2022 heißt 50 Jahre Bernhard Brink, ich hatte ja einen runden Geburtstag gehabt. Die Zahl hat mich ein bisschen erschreckt, aber 50 Jahre muss man erstmal hinkriegen.

Da sind viele Sachen passiert, bin viel im Fernsehen gewesen, in vielen Talkshows und mach gerade eine Tournee „Schlagerhitparade“ sehr erfolgreich mit Art Garfunkel jr., mit Charly Brunner und Simone, Tanja Lasch ist mit dabei, es waren auch Eloy de Jong und die Schlagerpiloten am Start. Wir haben volles Programm und machen zurzeit sehr, sehr viel, was auch genauso weiterlaufen wird.

Ich habe ein Angebot, diese Schlagerhitparade 5 Jahre als Moderator zu machen. Früher hätte ich mich darüber gefreut, heute erschreckt mich die Zahl „5“ eher, es ist dann doch schon wieder bis 75, 76 in meinem Alter, also schauen wir mal.

Wir haben uns so verabredet, dass wir erst während einer Tournee über die nächste Tour reden. Die zweite Tour lief im Herbst 2022, dann gehts ja jetzt im Frühjahr 2023 weiter. Es wird sicherlich auch eine dritte Tour geben. Der Brink ist noch voll am Ball, für Ruhestand ist es noch zu früh. Aber ich werde sicherlich auch ein bisschen kürzerzutreten, mal Nein sagen. Jetzt im Januar 23 steht erstmal ein schöner Urlaub an und dann sehen wir alles weitere.

In diesem Sinne, Tschüss, bis dann und bis bald.