Trainiere den Muskel der Aufmerksamkeit

Die mentale Stärke ist beim Tennis, neben der Technik und der Physis, die entscheidende Fähigkeit. Ich möchte dir heute einen Tipp geben, wie du auf einfache Art und Weise deine Aufmerksamkeit trainierst und davon auch abseits des Tennisplatzes profitierst.

Oftmals sind wir beim Tennis abgelenkt und schweifen mit unseren Gedanken und Sorgen in der Vergangenheit oder in der Zukunft.
Als Tennisspieler kennst du die Momente, in denen du dich über vergangene („doofe“) Fehler ärgerst und dem letzten verlorenen Punkt, Spiel oder Satz nachtrauerst.

Oder aber die Momente, in denen du an den nächsten Punktgewinn denkst oder den vermeintlichen Satzgewinn bereits vor Augen siehst.

Manchmal sind es aber auch private Ereignisse (abseits des Tennis), die mit auf den Platz genommen werden. Zum Beispiel ein negatives Gespräch bei der Arbeit oder ein Streit mit dem Partner.

Dieses Gedankenchaos führt dazu, dass du abgelenkt bist und somit nicht dein volles Potential abrufen kannst. Du bist mental blockiert, weil du mit deiner Aufmerksamkeit woanders bist.
Mental starke Spieler schaffen es, sich mit kleinen „Hilfsmitteln“ ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Die Kunst ist es, mit voller Präsenz, den nächsten Punkt zu spielen. Diese Fähigkeit – im wahrsten Sinne des Wortes – „auf den Punkt genau“ fokussiert und aufmerksam zu sein, bringt oftmals den entscheidenden Vorteil.

Ein Werkzeug, dass du immer und überall (auch abseits des Tennisplatzes) „dabei hast“, ist deine Atmung. Durch bewusste und tiefe Atemzüge bist du in der Lage dich in den gegenwärtigen Moment zu holen. Das kann unter anderem ein tiefes bewusstes Einatmen in den Bauch oder aber auch ein langes, beruhigendes Ausatmen sein.

Zudem sind Atmung und Emotionen eng miteinander verbunden. Wenn wir gestresst sind, atmen wir flach und chaotisch. Mit tiefen und ruhigen Atemzügen dagegen können wir unsere Emotionen regulieren.

Mit einer routinierten Atemtechnik gelingt es, sich ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Trainiere von nun an also nicht nur deine Technik, sondern auch den Muskel der Aufmerksamkeit. Je öfter du es übst, desto besser meisterst du stressige Situationen – auch abseits des Tennisplatzes.