8 Fragen an Inka Bause

MEactual:
Liebe Frau Bause, ganz herzlichen Dank, dass Sie uns für ein Interview zur Verfügung stehen.

Mit Beginn des Sommers hoffen wir alle wieder auf viele Reisen auf die Insel, natürlich immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Hygienekonzepte.
Inwieweit beeinflusst Sie diese Situation „eingeschränkte Reisesituation“ Ihre Projekte?

Inka Bause:
Ich habe das große Glück, dass ich trotz der Situation der letzten 12 Monate weiterhin arbeiten kann. Das ist ein absolutes Glück und deshalb werde ich nicht darüber jammern, was sich verändert oder verschlechtert hat.

Natürlich kann man Formate wie “Bauer sucht Frau International” kaum noch drehen, dennoch finden sie statt. Im letzten Jahr hatten wir das große Glück, dass die Staffel schon fast abgedreht war. Die haben wir bereits im Januar und Februar fertig gedreht. Dadurch konnten wir sie auch senden. In diesem Jahr ist es ganz schwierig. Die Bauern mussten sich für die Portraitfolge entweder selbst filmen oder mit Teams vor Ort in den Ländern arbeiten. Ob ich hinfliegen und die Bauern besuchen kann, steht gerade noch ein wenig in den Sternen.
Die nationale Staffel haben wir hingegen weitergedreht. Natürlich alles viel spontaner, wir können nicht langfristig planen. Wir hoffen, dass in diesem Jahr wieder das Scheunenfest stattfinden wird. Das ging im letzten Jahr leider nicht.

Inka Bause - Foto: Alexander Stingl

Musikalisch zähle ich gerade wirklich die Tage, bis wir wissen, dass wir meine Tournee im November durchführen können. Mit der Band! Man muss ja wirklich bedenken, dass nicht nur ich Spaß habe mit dem Publikum im Saal. Es geht vielmehr auch darum, dass die Musiker endlich wieder Geld verdienen. Dass die Gewerke wieder Geld verdienen, dass die Veranstaltungshäuser, Caterer, Licht & Ton, Bühne, Sicherheit, Küche, Beschallung – dass sie alle wieder beschäftigt werden. Die Situation ist ja auch eine enorme psychische Belastung. Ich hoffe sehr, dass wir alle im November wirklich feiern können.

Ansonsten bin ich wirklich in einer privilegierten Situation, dass ich fast uneingeschränkt weiterarbeiten kann.

ME actual:
Sehr viele Menschen bewundern Sie als strahlende Showmasterin in der RTL-Show „Bauer sucht Frau“, bereits 16 Staffeln lang. Der Beginn Ihrer Karriere begann aber als Sängerin.
Dürfen wir künftig Sie wieder auch mehr auf der Bühne als Sängerin sehen oder mehr als Schauspielerin wie beispielsweise auf dem Traumschiff?

Inka Bause:
Ich bin ja seit drei-vier Jahren wieder knietief in die Musik eingetaucht. Seit dem habe ich schon zwei Alben veröffentlicht. Das Letzte im vergangenen Oktober, mein „Lebenslieder“-Album. Ich freue mich darüber riesig, weil es sehr erfolgreich ist. Mit „Hab den Mond mit der Hand berührt“, der vorletzten Single, bin ich in den Airplaycharts auf Platz 1 gelandet. Und das mit einer Nummer, die 40 Jahre alt ist und aus dem Osten. Das freut mich unglaublich.

Darüber hinaus bin ich gerade mit meiner aktuellen Single „So ging noch nie die Sonne auf“ am Start. Und dazu muss ich sagen, dass ich das Video dafür hier auf Mallorca gedreht habe. Mitte April war Premiere auf meinem neuen Youtube-Kanal. Alle Mallorca-Liebhaber sollten sich das unbedingt anschauen. Ich drücke einfach ganz fest die Daumen, dass nicht nur ich zum Arbeiten hinfliegen durfte, sondern alle bald wieder uneingeschränkt hier Urlaub machen können. Das würde mich wirklich riesig freuen!

Als Schauspielerin wird man mich in nächster Zeit sicher nicht sehen. Ich bin ja auch keine Schauspielerin. Habe nur aus Spaß und mit viel Liebe zum Traumschiff und seinem Erfinder Wolfgang Rademann – der das ja damals produziert hat und leider nicht mehr lebt -mitgearbeitet. Wie auch und viele andere Promis. Deswegen würde ich mich aber nicht als Schauspielerin bezeichnen. Für mich war das eine wunderbare Erfahrung und eine Ehre. Aber im Grunde habe ich mich ja mehr oder weniger selbst gespielt auf dem Schiff. Das war mir wirklich eine große Freude.

Gerne gehe ich mit offenen Armen auf jede Herausforderung zu. Aber ich glaube, dass mich die Moderation und auch meine musikalischen Projekte in Zukunft so einspannen werden, dass ich nicht mehr viel Zeit haben werde, weiteren Ambitionen von mir nachzugeben. Ich habe ja auch noch Familie, Freunde und einen wunderbaren Hund. Um sie alle möchte ich mich auch noch kümmern können.

ME actual:
Waren Sie vor den Pandemiezeiten häufiger auf Mallorca oder haben Sie ggf. sogar einen besonderen Bezug zu der Insel bzw. zu den Balearen? Welche der Baleareninsel ist für Sie der Favorit?

Inka Bause:
Ich war schon unzählige Male auf Mallorca. Ich muss sagen, ich liebe besonders die stillen Seiten der Insel. Ich habe auf Mallorca auch sehr viel für verschiedene Formate von RTL gedreht, auch in den Bergen. Zum Beispiel für „Unser neues Zuhause“, das ich ja auch fünf Jahre lang moderiert habe. Auch zu Fotoshootings war ich hier, aber natürlich ebenso viele Male ganz privat mit meiner Tochter. Ich mag die Insel sehr.

Auch auf Ibiza habe ich schon gedreht. Aber da gebe ich Mallorca klar den Vorzug. Hier ist es (für mich persönlich) ein bisschen normaler und schöner, überhaupt einfach vertrauter. Auf Menorca war ich noch nicht, da kenne nicht mich gar nicht aus.

Auch bin ich kein großer Flugfan. Deshalb habe ich mich immer gescheut, von Deutschland nach Mallorca und dann nochmal weiter nach Menorca überzusetzen. Das war mir immer ein bisschen zu kompliziert. In Berlin verfügen wir ja auch nicht über das Flugangebot wie Frankfurt und München, das ist ja bei uns alles ein bisschen spärlich. Dreimal umzusteigen, um in den Urlaub zu kommen, das ist nicht mein Ding. Das muss ich beruflich z.B. für „Bauer sucht Frau International“ schon so viel, dass ich privat die direkten Linien bevorzuge. Und da bin ich auf Mallorca natürlich ganz, ganz schnell.

Ich liebe die Insel, weil sie so viel verschiedene Seiten hat. Von Ballermann, den ich natürlich meide, bis hin zu den ganz ursprünglichen, urwüchsigen Seiten in den Bergen. Hier haben wir ja auch mein neues Video gedreht. Das hat mir die Insel nochmal von ihrer schönsten Seite gezeigt.

ME actual:
Uns wird häufig erzählt, dass sie nach Ihrer Ankunft auf dem Flughafen beispielsweise zuerst zur Kathedrale fahren oder einen anderen Ort aufsuchen. Dieses wäre schon ein Ritual.
Gibt es bei Ihnen auch solch einen Platz oder Ritual?

Inka Bause:
Wenn es ein Ritual für mich gibt – das geht mir auch so, wenn ich an die Ostsee fahre: ich bringe als allererstes meine Taschen ins Hotel. Ich muss nach Ankunft sofort in meine Unterkunft fahren. Das ist einfach so. Dann muss ich mich natürlich sofort umziehen, ziehe mir Urlaubssachen an. Denn auch in einem Flugzeug bin ich irgendwie immer eine öffentliche Person und bin dort relativ schick angezogen. Ich beneide immer die Urlauber, die schon mit FlipFlops und Boxershorts ins Flugzeug steigen. Das traue ich mir nicht. Also ziehe ich mich nach Ankunft sofort urlaubsmäßig um.

Dann muss ich immer sofort ans Wasser. Für mich ist es immer ganz wichtig, am Meer zu stehen. Weil dann fließt sofort der Stress aus meinen Fußsohlen raus. Erst dann bin ich „angekommen“. Auch das finde ich natürlich auf Mallorca immer wunderschön. Bereits wenn man am Flughafen aussteigt, aus dem Terminal rausgeht und diese völlig andere Luft als in Deutschland und diesen lauen, warmen Wind spürt, heißt es für mich: tief durchatmen.

ME actual:
Häufig eine „Glaubensfrage“ der Besucher auf Mallorca … bevorzugen Sie eher Tapas oder Paella?

Inka Bause:
Ganz eindeutig Tapas! Ich bestelle mir nie Hauptgerichte (in Spanien grundsätzlich nicht) – ich esse immer Tapas. Mein Essen besteht aus einem ganzen Tisch voller Tapas. Das ist einfach paradiesisch für mich.

Inka Bause - Foto: Alexander Stingl

ME actual:
In einem Gespräch mit Barbara Schöneberger bei „barba radio“ im Dezember 2020 verrieten Sie, dass Sie mit 55 Jahren Schluss machen möchten. Das meinten Sie aber doch hoffentlich nicht im Ernst, denn Ihre so zahlreichen Fans dürfte das so gar nicht gefallen?

Inka Bause:
Da das Gehirn ja das einzige Organ ist, das nicht altert und wir uns immer noch mit 90, mit 100 Jahren so fühlen können, wie mit 20, finde ich fantastisch. Wir sind aber nicht mehr so. In der Fitness, in der Konzentration, in der Agilität, in der Motorik. Ich habe tatsächlich so ein Datum in meinem Kalender stehen. Das ist der 1.1.2028 – das Jahr, in dem ich 60 werde.

Ich habe das aufgeschrieben, um mich daran zu erinnern, mir diese Deadline 10 Jahre zuvor gesetzt zu haben. Um mich selber mal zu reflektieren. Neulich bin ich einem sehr alten Schauspieler und Sänger begegnet. Natürlich baut man irgendwann ab. Das ist einfach so. Der Zellabbau beginnt eigentlich mit unserer Geburt, würde ich mal sagen (lacht). Nein, mit dem Schließen der Fontanelle, also mit Anfang 20. Das ist eine Gegebenheit.

Ich persönlich möchte es einfach wie Doris Day halten, Marlene Dietrich, Brigitte Bardot und viele andere. Das finde ich bewundernswert: sie hatten ein Image. Ich habe nicht das Image einer Charakter-Schauspielerin, die auch noch mit 80 auf einer Theaterbühne stehen kann. Ich habe das Image einer frischen, quirligen, lustigen und entertainenden Künstlerin. Und das kann ich ab einem gewissen Alter gar nicht mehr bedienen. Und vor allem möchte ich das dann auch nicht mehr bedienen.

Und deswegen möchte ich mich mit 60, wenn Silvester vorbei ist, in mein Handy schauen und zumindest darüber nachdenken, ob ich mich dann noch auf der Bühne sehen möchte. Aufhören mit Etwas, das man liebt ist nie einfach. Aber geht nicht um „einfach“. Das Leben stellt uns immer sehr schwierige Aufgaben, die wir bewältigen müssen. Und ich glaube, mein nächstes großes Ziel und meine große Lektion ist, rechtzeitig aufhören zu können. Darüber möchte ich einfach schon nachdenken.
Aber ich freue mich riesig auf die nächsten Jahre und ich

würde auch gern meinen „Bauern“ noch bis zur Rente moderieren. Vielleicht auch noch, wenn ich über 60 bin, mit dem ein oder anderen Liederabend auf der Bühne stehen. Aber ich möchte zumindest darüber nachdenken wollen, rechtzeitig aufzuhören.

ME actual:
Wenn Sie dann doch einmal mehr Freizeit genießen können, an welche Ort der Welt würde es sie für eine längere Zeit verschlagen und warum gerade dieser Ort?

Inka Bause:
Ich bin ein Mensch, der nie auswandern wird. Ich bin so ein Heimat-verbundener Mensch. Und da rede ich nicht von einem Land, sondern von einem Umfeld. Von Natur, von Ökosystemen, von Freunden, Familie. Deshalb werde ich Berlin nie für lange Zeit verlassen. Ich liebe meine Ostsee, den Thüringer Wald – ich liebe einfach Deutschland. Durch meine Reisen zu den Bauern, habe ich das Land so sehr lieben gelernt. Weil ich mit dem Auto auch in die entlegensten Ecken zu den Höfen fahre, die abseits jeglicher Fernverkehrsstraßen liegen.

Ich mag es auch immer mehr, in Skandinavien zu sein oder auch in Spanien mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Aber ich bin kein Mensch, der gerne monatelang mit einem Rucksack auf dem Rücken die Welt erkundet. Das mache ich beruflich genug. Das habe ich mit dem „Traumschiff“ oder „Bauer sucht Frau International“ erlebt. Da bin ich wirklich privilegiert, da freue ich mich auch drüber.

Wenn ich privat bin, möchte ich nicht mehr für 10 Stunden im Flieger sitzen. Deswegen präferiere ich meine Ostsee oder eben Orte wie Mallorca.

ME actual:
Wenn Sie auf in dem Fernseher erscheinen, so hebt sich sofort die Stimmung des Zuschauers zum Positiven. Sie verbreiten eine unglaublich gute Laune, was nur ganz Wenigen in dieser Form gelingt. Haben Sie dafür einen besonderen Tipp, was sogar etwas ein Lebenstipp für „positive Energie“ wäre?

Inka Bause:
Danke für das Kompliment, das freut mich. Nein, ich glaube, dafür gibt es kein Rezept. Das kann man auch nicht lernen. Ich habe das unfassbare Glück, eine sehr schöne Kindheit gehabt zu haben und sehr behütet aufgewachsen zu sein. Das gibt einem ein Fundament, das ist unkaputtbar. Ich habe zum Glück Eltern gehabt, die mir Kultur und Anstand vermittelt haben. Ich war an der Musikschule meine ganze Kindheit und Jugend, habe dann studiert. Das ist eine Grundbildung in Sprache, Umgang, Kultur, dass für mich vieles so selbstverständlich ist. Für mich ein Fundament, das mich leicht agieren lässt. Ich kann mich auf mich verlassen und kann mir vertrauen.

Wenn Menschen aus anderen Verhältnissen kommen, vielleicht aus ganz gebrochenen oder schlechten und sie möchten in diesem Job arbeiten, müssen sie sich im erwachsenen Alter alles aneignen und lernen. Da ist es sehr schwierig, etwas so rüberzubringen, dass es wie selbstverständlich passiert.

Ich habe einfach dieses Glück und sage jeden Tag danke, dass ich mich einfach wohlfühle mit mir. Dass ich unglaubliches Interesse habe an anderen Menschen, weil mir das so beigebracht wurde. Ich komme aus einem Künstlerhaushalt, wo immer Leute ein und aus gingen. Ich bin das einfach gewöhnt.
Deswegen danke ich meiner Prägung, dass ich auch keinen Grund habe, unglücklich oder frustriert zu sein. Nein, ich lache nicht den ganzen Tag, aber ich lasse mich nicht dabei filmen, wenn ich nicht lache.
Ich möchte mich im Ballett doch auch verzaubern lassen und mir von der Tänzerin nicht anhören, dass ihre Füße schmerzen.

Ich kann vielleicht einen Rat geben, den ich selber immer befolgt habe. Ich bin ein Mensch, der sich aus unangenehmen Situationen immer entfernt. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich in meinem wunderschönen Zuhause einen Streit mit meinen Nachbarn hätte. Ich versuche Streitigkeiten zu klären. Sollte das nicht möglich sein, ziehe ich aus. Wenn in einer Partnerschaft ein Problem nicht zu lösen ist, trenne ich mich. Ein Leben in einer Situation zu verbringen, die einen unglücklich macht, wird einen zerstören. Dadurch wird einem kostbare Lebenszeit genommen. Deshalb rate ich jedem, sich in solchem Moment zu lösen und einfach neu anzufangen. Ich kenne Menschen, denen ist das im hohem Alter noch gelungen und waren dadurch zum Schluss ihres Lebens glücklichere Mensch. Das ist mein einziger Rat.
„Ich bin ein Optimist, weil es für mich keine Alternative dazu gibt“. Den Spruch habe ich von Sir Peter Ustinov. Er zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.

ME actual:
Liebe Frau Bause, ganz herzlichen Dank für dieses so freundliche und sympathische Interview. Wir würden uns sehr freuen, Sie künftig wieder häufiger auf Mallorca zu sehen.

Inka Bause:
Definitiv!!!