Exklusivinterview mit dem Mitgründer der Mallorca Engel Thomas Pflaum

Wir freuen uns sehr, dass unser Mitgründer der Mallorca Engel Group unserem Wunsch folgte und zu einem sehr intensiven und ausführlichen Interview zur Verfügung stand.

Hierzu trafen wir uns in aller Ruhe im ProSecCo in Portixol und fanden einmal die Zeit die Vergangenheit Revue passieren zu lassen, die Gegenwart zu streifen und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.

ME actual:
Zuerst einmal bedanken wir uns bei Ihrem engen Terminkalender, dass Sie die Ruhe für dieses Interview fanden. Herr Pflaum, Sie sind mit Ihrer Frau der Mitgründer der Mallorca Engel, der heutigen Mallorca Engel Group. War die heutige Größe einmal Ihr Gedanke bei der Gründung?

Thomas Pflaum:
Auf keinen Fall. Im Verkaufsprozess unserer Marketingagentur kamen wir über einen Freund zu dem Thema Hausverwaltung auf Mallorca. Im ersten Moment fanden wir es spannend und überblickten damals in keiner Weise den Umfang einer solchen Aufgabe. Spannend dadurch, dass wir mit unserer Marketingagentur hauptsächlich in Büros tätig waren. Nun erschloss sich plötzlich eine Außenwelt … raus und zu den Kunden fahren. Ein völlig neues Gefühl für uns.

ME actual:
Kannten Sie die Marktchancen auf Mallorca für diese Tätigkeit?

Thomas Pflaum:
Nein. Wir hatten nur im Kopf, dass wir unsere Stärken wie Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und Kalkulierbarkeit einbringen wollten. Es war immer klar, dass die Botschaft ein „auf uns können Sie sich verlassen“ war. Wir haben vorher keine Erhebungen, keine Untersuchungen, keine Analysen durchgeführt. Einfach nur „machen“ war unsere Philosophie. So ganz anders, als was vorher beim strategischen Marketing von uns verständlicherweise erwartet wurde.

ME actual:
Ist es einfach auf Mallorca Fuß zu fassen? Eine Idee zu haben und schon geht es los?

Thomas Pflaum:
Niemals. Auf Mallorca ist es erheblich schwerer ein Unternehmen aufzubauen und erfolgreich zu führen als in Deutschland. Das kenne ich seit meiner Kindheit. Meine ganze Familie war selbstständig. Ich komme aus einer Schuhhändlerfamilie. Ob Eltern, Brüder, Großvater, Onkel oder Schwägerin … alle hatten in Deutschland und Österreich eigene Schuhgeschäfte. Also war zuerst auch mein Weg klar, ich begann beruflich bei dem damalig größten Schuhfilialisten Deutschlands, bei LEISER in Berlin. Allein zu den Zeiten der Teilung hatte dieses Unternehmen über 300 Filialen in West-Berlin. Einige dieser Filialen hatte ich geleitet, war dann einige Jahre im Einkauf und wurde dann Verkaufsleiter. Bei einem solchen Konzern hieß es schon immer „sich durchsetzen“, „auf sich aufmerksam machen“. Nur so konnte ich diesen Karriereweg erfolgreich begehen.
Ich nutzte meine jungen Erfahrungen für die Tätigkeit in einem Touristikunternehmen (heutiges BURDA-Unternehmen) und übernahm dort die Verkaufs- und Marketingleitung Europas. Allerdings wurde mir dort klar, dass ich keine Berufung als Angestellter hatte und gründete meine erste Vertriebs- und Marketingagentur und führte für Großunternehmen etliche Kundenbindungsprogramme durch. Das war für mich schon immer extrem spannend und fühlte mich komplett angekommen in der Arbeitswelt.
Durch diese verschiedenen Stationen kann ich sehr gut beurteilen, was man für einen erfolgreichen Karriereweg in Deutschland so alles machen muss. Insbesondere auch die Umsetzung von Kooperationen lernte ich intensiv und lebte dieses, was mir heute bei den Mallorca Engeln auch hilft.

ME actual:
Aber wie kamen Sie dann nach Mallorca?

Thomas Pflaum:
Wie so viele auch waren wir schon immer von Mallorca begeistert und holten uns irgendwann einmal eine Ferienimmobilie. So konnten wir immer wieder mit unserer Tochter Janina Urlaube auf der Insel verbringen. Das gefiel uns so gut, dass wir mit unserer Marketingagentur einen Stützpunkt in Palma auf- und ausbauten. Tja … und irgendwann, wie eingangs erwähnt, kamen die Mallorca Engel.

ME actual:
Wie schafften Sie denn mit Ihrer Frau die Mallorca Engel zu einer solchen Größe zu entwickeln? Gab es da nicht immer wieder Hemmnisse und Gegenwind?

Thomas Pflaum:
(lacht) Oh ja! Das ist leider immer so. Das sich die Mallorca Engel so entwickeln war nicht zu planen. Ich denke, dass unsere Kunden unsere Zuverlässigkeit und unsere Kompetenz sehr wohl schätzen. Das ist für mich, da kann ich auch für meine Frau sprechen, das Allerwichtigste. Uns war es von Anfang an ein großes Anliegen, dass man sich auf uns verlassen kann. Natürlich machen auch wir Fehler, aber wir stehen dazu und korrigieren diese sofort. Immer alles in Absprache mit unseren Kunden. Häufig hören wir von Kunden, dass sie sich schon gar nicht mehr vorstellen konnten auf Mallorca doch noch eine zuverlässige und kompetente Dienstleistung zu erhalten.
Wir stehen zu all unseren Mitarbeitern. Sie sind wirklich super und geben sich alle Mühe die Mallorca Engel würdig mit aller Kraft und Intension zu vertreten. Ich glaube, dass dieses die Basis für den Aufstieg zum Marktführer Mallorcas ist.

ME actual:
Der Erfolg bringt auch Neid und Missgunst mit. Ist das auch bei Ihnen so?

Thomas Pflaum:
Ja, leider. Das bedauere ich sehr, ist aber wohl so üblich.
Ich möchte einmal das Beispiel von Bayern München im Fußball darstellen … viele Menschen mögen die Bayern nicht. Warum? Dieser Verein stellt eine einzigartige Erfolgsbilanz da. Einkäufe von Spielern werden aus eigenen Mitteln getätigt. Kein Großinvestor, kein Staat, kein Oligarch zahlt einen Spieler. Das machen die Bayern allein. Eine unfassbar erfolgreiche Wirtschaftsbilanz begleitet den Verein seit Jahren.

Dazu kommt über Jahrzehnte der sportliche Erfolg hinzu. Das ist für mich beeindruckend, auch wenn meine Fußballerleidenschaft sich eher zur Hertha nach Berlin orientiert. Als „Herthafan“ lernt man allerdings auch Demut, was aber ein anderes Thema ist. Bleiben wir bei den Bayern … Erfolg auf der ganzen Linie. Und trotzdem wird von einigen immer negativ darüber hergezogen. Warum? Weil eben dieser Erfolg für viele nicht greifbar ist. Neid entsteht.
So ergeht es teilweise auch uns. Das verstehe ich absolut. Wie kann es sein, dass eine Firma wie die Mallorca Engel so schnell zu einer festen Größe auf Mallorca werden? Wie kann diese Firma auf einem, eigentlich vergebenen, Markt so schnell Fuß fassen und sich solche Marktanteile sichern? Das schürt eben Neid und Missgunst. Nur sind auch viele dieser Neider nicht bereit sich andere Denkweisen anzueignen, ggf. ihre eigenen Abläufe und Leistungen zu optimieren, positiv an Menschen heranzugehen oder sich im „stillen Kämmerlein“ einmal selbst zu hinterfragen. Negativ reden ist immer einfacher, als gute Leistungen anderer anzuerkennen. Interessanterweise kennen wir Mitwettbewerber, welche nur schlecht über uns reden, aber unsere Website fast 1:1 kopieren. Ist das nicht eine große Anerkennung? Jeder Neider spornt uns zu noch mehr, zu noch besseren Leistungen an.

ME actual:
Das Thema Mitarbeiter greifen wir gerne einmal auf. Wie sehen Sie die Situation für die Angestellten auf Mallorca?

Thomas Pflaum:
Es ist aktuell ein Drama für die Angestellten, aber auch für die Arbeitgeber. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ein Virus die ganze Welt lahmlegt. Wir spüren es auf Mallorca sehr dramatisch. Es vergeht kein Tag, an dem sich nicht auch äußerst qualifizierte Menschen bei uns bewerben. Aber derzeit haben wir ein gutes Team beieinander. Und genau das ist das Wichtigste. Eine Firma lebt von guten Mitarbeitern, allerdings leben auch die Mitarbeiter und häufig deren Familien von uns als guten Arbeitgeber. Es ist leider keine Selbstverständlichkeit mehr auf Mallorca, dass jeden Monat die Gehälter pünktlich überwiesen werden. Es ist nicht die Regel, dass Entlassungen auf Grund der Pandemie nicht erfolgen. Wir haben sogar unser Team in dieser Phase personell verstärkt. Ich denke, dass sollten auch die Mitarbeiter zu schätzen wissen, so wie wir als Arbeitgeber auch deren Einsatz und Leistung schätzen. Es ist ein Geben und Nehmen, aber das ist für beide Seiten gültig.

ME acutal:
Auf Mallorca gibt es immer wieder Kooperationen von Handwerkern, welche sich zu Showrooms, zu einer Form von Verbänden zusammenschließen. Wäre das nicht auch eine Kooperationsmöglichkeit für die Mallorca Engel?

Thomas Pflaum:
Ein ganz klares NEIN! Wir hatten es in der Vergangenheit mit einem solchen Verbund in Llucmajor probiert, sind aber nach wenigen Wochen sofort wieder ausgestiegen. Diese Form passt so überhaupt gar nicht in unsere Philosophie. Wir möchten nicht in einem solchen Verbund sein, in der irgendwie versucht wird die Kunden intern hin- und herzuschieben. Ich für mich gehe mit den Mallorca Engel den eigenen Weg. Und genau dieser Weg hat uns erfolgreich gemacht.

ME actual:
Gehört zu dem Weg auch das Engagement bei „Mallorca Engel Bau“, „Mallorca Engel Agua“ oder dem neuen Baby „Mallorca Engel Real Estate“?

Thomas Pflaum:
Richtig. Ich möchte mich auf Menschen verlassen können. Nur diese Menschen kann ich auf unsere Kunden „loslassen“. Meine Frau und ich möchten wissen, wer wie bei unseren Kunden Leistungen erbringt. Nur wenn wir diese Personen zu Hause selbst bei uns reinlassen würden, werden sie für die Engel tätig.
Bei der Gründung war uns nicht bewusst, dass wir neben unseren Kernbereichen Immobilienbetreuung, Pool-, Garten- und Reinigungsservice auch so viel mit Bauaufträgen konfrontiert werden. Am Anfang waren wir sehr unsicher, wenn wir nun empfehlen können. Da sind wir wieder bei dem Thema dieser Verbände von Handwerkern. Das ist für Kunden überhaupt keine Lösung. Da steht nie jemand für den anderen ein. Jeder macht sein Ding, jeder verfolgt seine Interessen. Unfassbar, was da so alles passiert.

Das hat mir aber geholfen, meinen Weg zu finden. Denn genau so etwas wollten wir gar nicht für unsere Kunden. Ich versuche immer alles im Interesse des Kunden möglich zu machen und bin ein Freund von „alles aus einer Hand“.

Das bedeutet nicht, dass eine Person alles macht, sondern unsere Firma alle Gewerke durch Fachabteilungen und Fachpersonal abdeckt. So unterscheiden wir zwei Bereiche … einmal Fachabteilungen, dahinter stehen unsere eigenen Angestellten und Fachpartner. Diese Partner holen wir bei bestimmten Aufgaben mit ins Boot. Aber immer steht eine Fachkraft aus unserem eigenen Team dahinter und prüft die ausgeführten Arbeiten. Nur so kann jeder Kunde sicher sein, dass alles in seinem Interesse durchgeführt wird.

Genau das ist der Grund, warum wir an diesen Fachbereichen wie Mallorca Engel Bau by Roberto Savini beteiligt sind. So können wir immer viel individueller und fachgerechter die Wünsche unserer Kunden befriedigen.
Häufig sehe ich bei anderen Projekten, dass in einem Haus verschiedenste Firmen unterschiedlichster Gewerke rein- und rausgehen. Nichts ist abgestimmt. Für mich eine Horrorvorstellung, wenn ich als Kunde alle Firmen und Gewerke unterschiedlich beauftragen, kontrollieren und bezahlen müsste. Bei einer Reklamation schiebt die eine Firma den Fehler auf die andere Firma und der Kunde muss alles ausbaden. Hunderte Male auf Mallorca erlebt.
Das muss ein Jeder für sich entscheiden, aber ob sich das bewährt? Ich bin da mehr als skeptisch.

ME actual:
Ein Schritt in die Zukunft gerichtet. Was können wir im nächsten Jahr von den Mallorca Engeln erwarten?

Thomas Pflaum:
Das ist in den heutigen Pandemiezeiten nicht einfach konkret zu beantworten. Aber wir haben ja schon mit einigen Dingen begonnen.
Wir möchten in allen größeren Ortschaften der Insel eigene HomeStores als Anlaufpunkt für unsere Kunden eröffnen. Im Gewerbegebiet Son Bugadelles gibt es bereits den Mallorca Engel Bau HomeStore, in Can Pastilla befindet sich ein HomeStore … weitere werden folgen.
Wir möchten viele Annehmlichkeiten für die Kunden fördern. Produkte, welche den Kunden auch Freude bringen. Hier haben wir im Dezember letzten Jahres mit dem Mallorca Engel Wein begonnen, weitere Produkte im Food-Segment werden folgen. Der Wein ist so phantastisch angenommen worden. Von diesen Verkaufszahlen hätte ich nie gewagt zu träumen. Das motiviert uns sehr diesen eingeschlagenen Weg zu gehen.

Unter dem Strich geht es immer nur um einen Punkt … was können wir als Mallorca Engel unternehmen, damit unsere Kunden eine größtmögliche Dienstleistung von uns erhalten. Alles, was für unsere Kunden spricht, werden wir durchführen.

ME actual:
Gerne eine Frage zu Ihren Shop-Partnern? Warum sind Sie bereit Shops/Geschäfte auf der Insel zu fördern?

Thomas Pflaum:
Uns ist ein Zusammenhalt wichtig, generell und insbesondere bei diesen schwierigen Pandemiezeiten. Wir als Mallorca Engel möchten mit unserem Status als Marktführer und als bekannte Mallorca-Marke auch Einzelhändlern die Chance geben, ihre Leistungen zu präsentieren. Das gehört einfach dazu, ein Zusammenhalten, ein gegenseitiges Unterstützen und ein Ausrufezeichen gegen Neider und missgünstige Menschen zu setzen.
Wenn diese Einzelhändler eine tolle Arbeit und Leistung erbringen, dann muss doch so etwas unterstützt werden. Wir unterstützen diese Geschäfte kostenfrei. Anzeigen und Werbung wird überall verkauft. Aber wir sehen es als eine Unterstützung des Handels auf Mallorca.
Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch bitte unser Charityprojekt erwähnen. Das ist für mich sehr sehr wichtig.
Bei allen Abreisen der Kunden oder der Gäste in Ferienfincas bleiben Lebensmittel zurück. Wir bieten unseren Kunden und Gästen an, dass wir diese einsammeln und direkt zur Tafel Associació Tardor nach Palma bringen. Was mich dabei am meisten freut ist die Tatsache, dass unsere Kunden da so unglaublich mitmachen. Es werden sogar dafür zusätzliche Lebensmittel eingekauft oder Geldbeträge gespendet. Da kann ich mich nur bedanken. Das sind supertolle Gesten.

ME actual:
Eine letzte Frage, Herr Pflaum. Die Mallorca Engel haben auch Bürostationen in Cala Millor und in Artá. Was verbirgt sich dahinter?

Thomas Pflaum:
Wir kommen aus Berlin und sind weite Anfahrwege gewohnt. Für mich unverständlich, dass sich viele deutsche Handwerksbetriebe immer nur auf ihre Region konzentrieren. Wenn es mal 20km weiter geht, so haben diese Betriebe kein Interesse mehr an dem Kunden. Uns war es von Anfang an wichtig … wir sind inselweit tätig.
Und so freuen wir uns, einmal Herrn und Frau Malten kennenzulernen. Wir stellten sofort fest … wir haben die gleichen Vorstellungen von Kundenservice, die gleiche Denke in der Umsetzung der Arbeiten … wir haben die gleiche Philosophie. Also war das Regionsbüro Cala Millor eröffnet. Von dort aus wird die gesamte Ostküste bis runter nach Santanyi betreut.

Im Dezember letzten Jahres kam dann über Herbert Malten auch Ralf Burghardt als Regionsbüro Artá zu uns. Er betreut mit seinem Team die Nordküste um Pollenca, Alcudia, Can Picafort bis hin nach Artá.

Das ist unser weiterer Weg … wir wären auch bereit, sofern die Philosophie sich hundertprozentig deckt … Regionsbüros in weiteren Regionen mit einem besonderen Partner zu besetzen. Da schauen wir mal dieses neue Jahr, was sich ergibt. Uns drängt glücklicherweise nichts.

ME actual:
Haben Sie herzlichen Dank für unser Gespräch, Herr Pflaum.