10 Fragen an Ekaterina Leonova

Ekaterina Leonova tanzt seit ihrem zehnten Lebensjahr. Einer ihrer frühen Erfolge war der Titel Südrussische Meisterin der Jugend. Nach ihrem Abitur machte sie von 2003 bis 2007 am Staatlichen Institut für Kunst und Kultur der Stadt Wolgograd eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Nachdem sie zur Miss Wolgograd 2008 gewählt worden war, zog sie 2008 nach Köln und lernte Deutsch und schloß erfolgreich Ihr Studium ab. Um ihr auch nach dem Abschluss des Studiums ein Leben in Deutschland zu ermöglichen, gab ihr RTL eine Anstellung in seiner Online-Redaktion.
Sie tanzte bei den Amateuren für Deutschland. 2012 gelang mit Ihrem Tanzpartner mit dem EU Cup und dem World Cup der internationale Durchbruch.
2013 startete sie in bei Let´s Dance als Tanzpartnerin und erreichte dort fast immer bei Ihren Teilnahmen Bestplatzierungen mit den jeweilig unterschiedlich prominenten Tanzpartnern. Jetzt ist sie bei uns im Interview.

ME actual:
Herzlichen Dank, liebe Ekaterina Leonova, dass Sie für das Interview zur Verfügung stehen.

Genießen Sie öfters einen Aufenthalt zu Urlaubs- oder zu geschäftlichen Zwecken auf den Balearen?

Ekaterina Leonova:
Ehrlich gesagt, war ich nur zweimal auf dieser wunderschönen Insel. Aber beide Male hatte ich dort eine super schöne Zeit und konnte nur die positiven Emotionen mit nach Hause mitnehmen.

ME actual:
Wir alle bewunderten Sie bei den einzelnen Staffeln von Let´s Dance. Genauso vermisste man Sie bei der letzten Staffel. Wenn wir viele Stimmen hören, so ist Let´s Dance ohne Sie längst nicht mehr das so beliebte Let´s Dance der Vergangenheit? Gibt es endlich wieder in 2021 eine Staffel mit Ekat? Sie fehlen unendlich.

Ekaterina Leonova:
Dankeschön, das ist total lieb. Let’s Dance ist wirklich eine wunderschöne Show, die ich sehr-sehr liebe.
Die Entscheidung, ob ich bei der nächsten Staffel dabei bin, liegt nicht nur bei mir. Von meiner Seite würde ich mich wirklich super freuen wieder ein Teil der Let’s Dance Familie zu sein.

ME actual:
Sicherlich erhielt das professionelle Tanzen durch Let´s Dance eine zusätzliche, eine neue Bekanntheit. Wie nehmen Sie diese zusätzliche Bekanntheit wahr? Veränderte sich dadurch Ihre Karriere?

Ekaterina Leonova:
Natürlich hat sich mein Leben durch Let’s Dance in einer Art und Weise verändert. Ich habe mehr und auch komplett neue Workshops- oder Showanfragen bekommen, ich wurde plötzlich auf der Straße erkannt … auch habe ich mich als Tänzerin und Choreografin viel weiterentwickelt. Diese Erfahrung ist einfach unbezahlbar. Aber menschlich hat sich nichts verändert. Ich blieb genauso wie ich war (lebensfroh, positiv verrückt, einfach und sehr selbstkritisch)

ME actual:
Für den Zuschauer ist es ein Phänomen, dass einige Teilnehmer an Let´s Dance durch ein relativ kurzes Training mit Tanzprofis ein, zumindest am Bildschirm, hohes Level erreichen. Lässt sich vorher schon sagen, welche Prominente eine Finalchance haben und welche nicht?

Ekaterina Leonova:
Bei einigen Teilnehmern konnte man schon ahnen, dass er oder sie eine Finalchance hat. Aber 100% sicher kann man am Anfang nicht sagen. Hier spielen die Entwicklung und die Sympathie eine ganz große Rolle.

ME actual:
Sie gewannen 3x bereits die Staffel mit doch sehr unterschiedlichen Typen. Das spricht absolut für Ihr Training und Ihre Tanzkunst? Gibt es ein Beispiel, was sie anders machen als die anderen Tanzprofis? Sie müssen ja tatsächlich über ein Zaubermittel verfügen?

Ekaterina Leonova:
Haha…Dankeschön, aber zaubern kann ich noch nicht. Ich habe vom Anfang an eine Strategie und einen Plan… Und darüber kann man echt ein Buch schreiben. Aber ein Lehrer kann nichts beibringen, wenn der Schüler nicht will. Nur durch Teamwork und mit dem Teamgeist kann man etwas erreichen.

ME actual:
Mit welchem Tanzpartner bei Let´s Dance war sogar auch für Sie der Auftritt magisch? Am Bildschirm wirkte es mit Gil Ofarim. Täuschte der Eindruck?

Ekaterina Leonova:
Ich habe einige Tänze, die für mich „magisch“ waren und für immer in Erinnerung bleiben werden: Contemporary und Tango mit Gil, „Papa-Tochter“-Tanz und „Schreck“-Freestyle mit Ingolf, Tango und Salsa mit Pascal, Tango mit Massimo…
Und wenn ein Tanz auch für die Zuschauer magisch wirkt, dann ist das das größte Kompliment, das man als Künstler bekommen kann.

Ekaterina Leonova

ME actual:
Wie schätzen Sie die Situation des Tanzsports zu den aktuellen Coronazeiten ein? Beeinflusst der Auftritt ohne Publikum nicht sehr die Leistungen? Als Zuschauer am Bildschirm gehen schon etwas die Emotionen verloren, auch wenn künstlicher Applaus eingespielt wird. Gehen dadurch nicht auch beim Tanzpaar die „allerletzte“ Emotion verloren?

Ekaterina Leonova:
Natürlich ist es irgendwie komisch ohne Zuschauer aufzutreten. In den Augen des Publikums kann man genau erkennen, wie der Tanz angekommen ist. Das sind die Emotionen, die deine Emotionen noch mehr verstärken. So sieht es zumindest bei mir aus.
Aber es gibt auch die Tänzer, die ohne Zuschauer viel besser performen. Sie sind einfach viel weniger aufgeregt, wenn nicht so viele Menschen im Publikum sitzen.

ME actual:
Diese Frage muss natürlich unbedingt sein. Als Zuschauer wirkt es so, dass die Teilnehmer die Urteile der Juroren Jorge González und Motsi Mabuse locker hinnehmen, entgegen dann das Urteil von Joachim Llambi schon etwas „entgegengefiebert“ wird. Stimmt dieser Eindruck und wenn ja, ist das Urteil von Joachim Llambi auch immer fair, wenn es eben nicht im Einklang mit den anderen Juroren steht?

Ekaterina Leonova:
Die Kritik von allen Juroren ist für uns sehr wichtig. Durch Kritik lernen wir, verbessern uns und bekommen auch die neuen Ideen.

Motsi und Jorge bewerten meistens das Gesamtbild vom Auftritt und die Emotionen, die durch den Tanz entstehen. So würden höchstwahrscheinlich auch viele Zuschauer bewerten.

Die Urteile von Joachim Lambi sind eher “technisch” (Tanztechnik). Er analysiert, ob die Fußarbeit korrekt ist, ob die Basic-Schritte vorhanden sind, ob die Haltung und Balance stimmt.
Das sind die Aspekte, die einen Tanz definitiv korrekter und schöner machen werden, aber vom ersten Blick nicht so auffallen würden. Deswegen wirken seine Urteile viel “härter”.

ME actual:
Haben Sie einen Tanztipp, welcher schnell und einfach auch zu Hause zu üben ist? Oder sollte man darauf komplett verzichten und direkt in ein Tanzstudio gehen?

Ekaterina Leonova:
Man kann überall tanzen. Das Tanzen soll einfach Spaß machen (Tanz so, als ob keiner dich sieht).
Und wenn man seine Leistung verbessern oder die Unklarheiten beseitigen will, dann würde ich natürlich einen Coach/Tanzlehrer/Tanztrainer empfehlen.

ME actual:
Sehr gerne sehen wir Sie wieder einmal im Fernsehen. Steht hier ggf. ein aktuelles Projekt oder Auftritt an?
Ekaterina Leonova:
Es gibt ein paar Projekte auf dem Plan, aber ich darf darüber noch nicht reden.

ME actual:
Liebe Frau Leonova, es war uns eine besondere Ehre und wir würden uns freuen Sie möglichst bald wieder einmal auf Mallorca begrüßen zu können.

Ekaterina Leonova:
Dankeschön. Ich würde mich auch freuen diese wunderschöne Insel wieder zu besuchen.